Gebet eines Pferdes...

Gib' mir zu fressen, gib mir zu trinken und sorg' für mich und wenn des Tages Arbeit getan ist,
gib' mir ein Obdach und ein sauberes Lager und einen nicht zu kleinen Platz im Stall.

Rede mit mir, denn oft ersetzt mir Deine Stimme die Zügel;
sei gut zu mir und ich werde Dir noch freudiger dienen und Dich gern haben.

Reiss' nicht an den Zügeln; greif' nicht zur Peitsche, wenn es aufwärts geht; schlage und stosse mich nicht,
wenn ich Dich missverstehe, sondern gib' mir Zeit, Dich zu verstehen.

Halte mich nicht für ungehorsam, wenn ich Deinen Willen nicht erfülle, vielleicht sind Sattelzeug und Hufe nicht in Ordnung.

Prüfe mein Gebiss, wenn ich nicht fressen mag - vielleicht tut mir ein Zahn weh. Du weisst, wie das schmerzt.

Halftere mich nicht zu kurz und kupiere meinen Schweif nicht, er ist meine einzige Waffe gegen Fliegen und Mosquitos.

Und wenn es zu Ende geht, geliebter Herr, wenn ich Dir nicht mehr zu nutzen vermag,
lasse mich bitte nicht hungern und frieren und verkaufe mich nicht.

Gib' mich nicht einem fremden Herrn, der mich langsam zu Tode quält und mich verhungern lässt, sondern sei so gütig und bereite mir einen schnellen und barmherzigen Tod und Gott wird es Dir lohnen, hier und in Ewigkeit.

Lass' mich dies von Dir erbitten, und glaube nicht, dass es mir an Ehrfurcht gebricht wenn ich es in SEINEM Namen tue,
der in einem Stall geboren ist...

AMEN


aus einem alten, englischen Stall